Kabarettist Maxi Schafroth live

„Wir hom koa luscht mehr“

Kabarettist Maxi Schafroth erzählt von seinem Leben im Allgäu und den Unterschieden zu Großstädten wie München oder Frankfurt.

 

Maxi Schafroth habe ich das erste Mal in Wien live erlebt. Als er an einem Jungkabarett-Abend 15 min aus seinem Programm „Faszination Allgäu“ vorstellen durfte. Bereits damals war ich begeistert und dachte mir, dass ich mir von ihm auf jeden Fall mal ein komplettes Programm ansehen möchte. Gesagt, getan.

 

Ende Januar stand Maxi Schafroth nun live in der KÄS in Frankfurt auf der Bühne. Mit dabei war natürlich auch sein Freund & musikalische Begleitung Markus. Maxi ist Landwirtssohn und kommt aus dem Allgäu. In seinem neuen Programm „Faszination Bayern“ erzählt er von seiner Kindheit am Land, welchen Wert ein „gelber Sprudel“ hat und wie er sich fühlte, als er hinaus in das große, und so fremde, München reiste um eine Banklehre zu absolvieren.

 

Er liebt es Menschen zu beobachten. Egal ob Touristen im Allgäu, Bänker in Frankfurt oder seine Eltern in der Landwirtschaft. Und genau diese Beobachtungen teilt er auf eine sehr humorvolle Art mit. Er schafft es auf eine tolle Weise, Gesellschaftskritik in lustigen Anekdoten oder Kindheitserinnerungen zu verpacken.

 

Mein persönliches Highlight des Abends war der Vortrag seines Schulaufsatzes zum Thema „Touristen im Allgäu“. Darin erzählte er zum Beispiel, warum Touristen nur dreckige Eier als „Bio“ glaubhaft empfinden. Zwischendurch lässt er sich auch immer mal von Markus mit der Gitarre begleiten und untermalt die eine oder andere Geschichte mit Gesang.

 

Darunter auch das Lied „Wir hom koa luscht mehr“, welches sich auf seine Ausbildungszeit bei der Bank in München bezieht. Es erzählt von Überstunden, Excel-Tabellen und den anfänglichen Symptomen eines Burn-Outs. Und dem Gefühl, am liebsten die Tastatur auf den Bildschirm zu dreschen und lauthals dem Chef vorzusingen „Wir hom koa luscht mehr“. Leider war dies alles nur ein Wunschgedanke, aber in einem ehrlichen Moment muss wohl jeder von uns zugegen, dass es ihm schon einmal so erging 😉

 

Zum Abschluss des Abends animierte Maxi Schafroth das Publikum dann den Zeigefinger zu erheben und die sogenannte „Fackel der Ineffizienz“ leuchten zu lassen. Warum? Das weiß er selber nicht. Aber die Message dahinter ist, auch einmal unproduktiv sein zu dürfen. Man muss nicht immer wissen was man tut oder warum. Man darf auch einfach mal „Sein“. Und diese Botschaft nehme ich gerne mit.

 

Also wenn ihr euch in Momenten wiederfindet, in denen ihr gestresst seid vom Job, vom Alltag oder einfach generell zu viele Gedanken macht. Dann hebt den Zeigefinger, lasst die Fackel der Ineffizienz leuchten und begegnet dem Leben mit ein bisschen mehr Humor.

 

Roshiboshi 😉

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